Logos von Facebook und Meta.

Neuer Name, neuer FokusFacebook-Konzern wird künftig Meta heißen

Der Dach­kon­zern von Face­book, zu dem auch Insta­gram gehört, bekommt einen neu­en Namen. Mit der Ent­schei­dung will Grün­der Zucker­berg unter ande­rem den Fokus auf die vir­tu­el­le Umge­bung “Meta­ver­se” len­ken. Der 37-Jäh­ri­ge gibt wei­te­re Details über das Kon­zept bekannt.

Der Face­book-Kon­zern gibt sich einen neu­en Namen. Die Dach­ge­sell­schaft über Diens­ten wie Face­book und Insta­gram soll künf­tig Meta hei­ßen, wie Face­book-Grün­der Mark Zucker­berg bekannt gab. Mit dem neu­en Namen will Zucker­berg den Fokus auf die neue vir­tu­el­le Umge­bung “Meta­ver­se” len­ken, in der er die Zukunft der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on — und auch sei­nes Unter­neh­mens sieht. Auch will er damit den Kon­zern stär­ker aus dem Schat­ten sei­ner ursprüng­li­chen und bis­her wich­tigs­ten Platt­form Face­book füh­ren. Zur Fir­men­grup­pe gehö­ren neben Insta­gram auch die Chat-Apps Whats­app und Messenger.

“Wir wer­den heu­te als Social-Media-Unter­neh­men gese­hen, aber im Kern sind wir ein Unter­neh­men, das Men­schen ver­bin­det”, sag­te Zucker­berg. Der Name Face­book habe damit nicht mehr die gan­ze Ange­bots­pa­let­te des Kon­zerns wider­spie­geln können.

Im “Meta­ver­se” sol­len nach der Vor­stel­lung des 37-jäh­ri­gen Face­book-Grün­ders phy­si­sche und digi­ta­le Wel­ten zusam­men­kom­men. Dabei setzt Zucker­berg zum einen auf die vir­tu­el­le Rea­li­tät (VR), bei der die Nut­zer mit Spe­zi­al­bril­len auf dem Kopf in digi­ta­le Wel­ten ein­tau­chen kön­nen. Zum Face­book-Kon­zern gehört auch die VR-Fir­ma Oculus.

Ein neues, “sozialeres” Zuhause

Als “Metaverse”-Baustein sieht der Face­book-Grün­der aber auch die soge­nann­te erwei­ter­te Rea­li­tät (AR, Aug­men­ted Rea­li­ty), bei der digi­ta­le Inhal­te auf Dis­plays oder mit­hil­fe von Pro­jek­tor-Bril­len für den Betrach­ter in die rea­le Umge­bung ein­ge­blen­det wer­den. “Wir glau­ben, dass das ‘Meta­ver­se’ der Nach­fol­ger des mobi­len Inter­nets sein wird”, beton­te Zucker­berg. Face­book baut sei­ne vir­tu­el­len “Metaverse”-Welten unter dem Namen Hori­zon aus. 

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WIRTSCHAFT18.10.21 10.000 neue Jobs in Euro­pa­Face­book will “Meta­ver­se” schaffen

Bei der haus­ei­ge­nen Ent­wick­ler­kon­fe­renz Con­nect gab Zucker­berg die bis­her aus­führ­lichs­te Beschrei­bung sei­nes “Metaverse”-Konzepts. Es wer­de eine vir­tu­el­le Welt sein, in die man noch tie­fer ein­tau­chen kön­ne, bis hin zum Gesichts­aus­druck der Men­schen, die einen umge­ben. “Statt auf einen Bild­schirm zu schau­en, wer­den sie mit­ten­drin in die­sen Erleb­nis­sen sein.” Das Gefühl, vor Ort zu sein, sei das ent­schei­den­de Merk­mal des “Meta­ver­se”, beton­te er. “Wenn ich mei­nen Eltern ein Video mei­ner Kin­der schi­cke, wer­den sie das Gefühl haben, dass sie mit uns zusam­men sind.” Unklar blieb zunächst, mit wel­chen tech­ni­schen Mit­teln über die VR-Head­sets hin­aus die­ser Prä­senz-Effekt umge­setzt wer­den soll.

Der Face­book-Grün­der kün­dig­te mit “Hori­zon Home” ein neu­es, “sozia­le­res” Zuhau­se für Ocu­lus-Nut­zer an. Der Bereich sieht aller­dings dem Start­be­reich, den die VR-Bril­len-Anwen­der bereits heu­te vor­fin­den, sehr ähn­lich. Neu ist, dass Nut­ze­rin­nen und Nut­zer Räu­me und vir­tu­el­le Gegen­stän­de über die Gren­zen von ein­zel­nen Spie­len oder Events hin­weg nut­zen kön­nen. Phy­si­sche Gegen­stän­de wer­de man ein­scan­nen kön­nen, damit sie auch im “Meta­ver­se” prä­sent sind, sag­te der Face­book-Grün­der. Zugleich wer­de man sie als Holo­gram­me über­all in die rea­le Welt pro­ji­zie­ren kön­nen. In den kom­men­den fünf bis zehn Jah­ren wer­de vie­les davon zum All­tag gehö­ren, beton­te Zucker­berg. Der Face­book-Grün­der sag­te bereits, dass sein Kon­zern hof­fe, zum Jahr 2030 eine Mil­li­ar­de Nut­zer im “Meta­ver­se” zu haben — und meh­re­re Hun­dert Mil­lio­nen Dol­lar an Geschäf­ten abgewickelte. 

Schon Google änderte Konzernnamen

Das Online-Maga­zin “The Ver­ge” hat­te bereits ver­gan­ge­ne Woche berich­tet, Face­book wol­le sich einen neu­en Namen geben. Die Plä­ne sorg­ten im Netz umge­hend für Spott und Kri­tik. So wur­de Face­book vor­ge­wor­fen, mit der Umbe­nen­nung von sei­nen Pro­ble­men ablen­ken zu wol­len. Dem Inter­ne­t­rie­sen wird bereits seit gerau­mer Zeit vor­ge­wor­fen, nicht aus­rei­chend gegen die Ver­brei­tung von Hass­bot­schaf­ten und Mob­bing auf sei­nen Platt­for­men vor­zu­ge­hen, die Pri­vat­sphä­re sei­ner Nut­zer zu ver­let­zen, als Laut­spre­cher für gefähr­li­che Falsch­in­for­ma­tio­nen zu die­nen und dem Wohl­be­fin­den jun­ger Inter­net­nut­zer zu schaden.

Zuletzt sorg­ten Ent­hül­lun­gen der Whist­leb­lo­we­rin und frü­he­ren Face­book-Mit­ar­bei­te­rin Fran­ces Hau­gen für Auf­se­hen. Hau­gen wirft ihrem frü­he­ren Arbeit­ge­ber vor, eige­ne Gewin­ne über die Sicher­heit sei­ner Nut­zer und das Gemein­wohl zu stel­len. Face­book hat die Vor­wür­fe ent­schie­den zurück­ge­wie­sen. Die US-Zei­tung “Washing­ton Post” stell­te ange­sichts des zuneh­men­den Gegen­winds für Face­book im ver­gan­ge­nen Monat die Ver­mu­tung auf, dass Face­books Inter­es­se an einem Meta­ver­sum “Teil eines grö­ße­ren Vor­sto­ßes” sein kön­ne, um “den Ruf der Fir­ma bei poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern” wie­der auf­zu­bes­sern und Face­book mit Blick auf eine künf­ti­ge Regu­lie­rung neu aufzustellen.

Face­book ist nicht der ers­te Sili­con-Val­ley-Kon­zern, der sei­nen Fir­men­na­men ändert, um zu signa­li­sie­ren, dass sich die Aus­rich­tung des Unter­neh­mens erwei­tert hat. So setz­te Goog­le 2015 eine neue Hol­ding­ge­sell­schaft mit dem Namen Alpha­bet über den Kon­zern. Der Inter­net-Kon­zern woll­te damit signa­li­sie­ren, dass er nicht nur eine Such­ma­schi­ne und ein Cloud-Geschäft betreibt, son­dern auch Ambi­tio­nen bei fah­rer­lo­sen Autos, Gesund­heits­lö­sun­gen und ande­ren High-Tech-Berei­chen hegt. Aller­dings wer­den fast alle Erlö­se von Alpha­bet nach wie vor bei Goog­le erwirt­schaf­tet, und die ande­ren Fir­men schrei­ben unterm Strich nur Ver­lus­te. Goog­le-Chef Sundar Pic­hai steht inzwi­schen auch an der Alphabet-Spitze.

Quel­le: ntv.de, mbe/dpa/AFP

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